Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag-Mittag zu einem sechs-Stunden-Besuch in Athen eingetroffen. Sie wurde am Athener Flughafen mit militärischen Ehren vom Premierminister Antonis Samaras und Ministern des Kabinetts empfangen. Die Regierungschefs fuhren anschließend ins Stadtzentrum, wo sie Gespräche führten. Danach wurde die Bundeskanzlerin vom Präsidenten der Hellenischen Republik, Karolos Papoulias, empfangen. In einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen mit Antonis Samaras im Regierungssitz „Megaron Maximou“ betonte Angela Merkel: „Ich hoffe und will, dass Griechenland in der Eurozone bleibt“. Mit Premier Samaras an ihrer Seite sagte sie, sie erkenne die Tatsache an, dass das Land durch schwierige Zeiten geht. Sie kenne auch ganz genau das Leiden des griechischen Volkes. Es sei aber ein Weg, der sich lohne. 

Man werde Licht am Ende des Tunnels sehen. Beide Länder müssen zusammenarbeiten, um etliche Probleme zu lösen. Gleichzeitig würdigte sie die Fortschritte, die bisher in Griechenland gemacht worden sind und betonte, dass ein großer Teil der Strecke zurückgelegt worden ist. Auf praktischer Ebene versicherte Angela Merkel eine verstärkte bilaterale Zusammenarbeit und erklärte, ihr Land werde alles in seiner Macht stehende tun, um Antworten auf Fragen zu finden, die Griechenland betreffen, auf der Ebene der Investitionen, der Gesundheit und der lokalen Verwaltung. Gefragt nach der nächsten Kredittranche, die an Athen ausgezahlt werden soll, stellte sie fest, dass man zuerst den Bericht der Troika abwarten soll. „Es ist unser gemeinsames Interesse, unsere Glaubwürdigkeit in Europa zurückzugewinnen und zu zeigen, dass wir unsere Probleme lösen. Wir besprachen die nächsten Schritte“, sagte die deutsche Kanzlerin, und sprach auch davon, dass neben den Sparmaßnahmen auch das wirtschaftliche Wachstum in Griechenland gefördert werden sollte, auch durch Kredite aus der Europäischen Investitionsbank. Premierminister Samaras unterstrich seinerseits im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz Griechenlands Entschlossenheit, in der Eurozone zu bleiben und alle seine Verpflichtungen zu erfüllen.

Die Bekämpfung der Rezession und der steigenden Arbeitslosigkeit sei eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Er fügte hinzu, dass die Griechen nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit zum Aufatmen brauchen, um auf die eigenen Füßen stehen zu können. „Griechenland hat eine neue Seite aufgeschlagen. Unsere Glaubwürdigkeit wurde wiedererlangt und Frau Merkel ist einer der ersten Führer, die das anerkennen. Alle, die gegen Griechenland gewettet haben, werden die Wette verlieren“, erklärte Antonis Samaras und betonte, dass die Kanzlerin „Verständnis und Respekt“ gezeigt hat für die Opfer, die das griechische Volk aufbringt. Er bemerkte auch, der Besuch der Bundeskanzlerin hat dazu geholfen, dass die internationale Isolation für Griechenland beendet wurde. Er sei zuversichtlich dass Griechenland es schaffen wird, die Schuldenkrise zu überwinden. (Arch.Pn.)