Mitten in Bayern, 12 Kilometer südlich von München, liegt eine griechische Kultur-Exklave: das Otto-König-von-Griechenland-Museum der Gemeinde Ottobrunn. Der Ort wurde nach König Otto benannt, weil er als junger Prinz 1832 auf dem Gebiet des späteren Ottobrunn von seinem Vater König Ludwig I. von Bayern mit allen guten Wünschen und wertvollen Ratschlägen auf die Reise nach Griechenland geschickt wurde, woran noch heute eine historische Gedenksäule erinnert. Deshalb schuf der renommierte Kinderarzt Professor Dr. Jan Murken das Museum, um die Erinnerung an ein Menschenalter gemeinsamer griechisch-bayerischer Geschichte wachzuhalten. Im Dezember 1989 wurde es eröffnet.

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Das Museum zeigt mit zahlreichen Exponaten, wie damals in Griechenland, von König Otto mit bayerischen Entwicklungshelfern die Grundlagen der Verwaltung, des Rechts-, Gesundheits- und Finanzwesens geschaffen sowie die erste Universität und viele Schulen gegründet wurden. Von den mehr als 500 historisch aussagekräftigen und kunsthistorisch einmaligen Exponaten seien nur zwei hervorgehoben: Der einzig erhaltene, großdimensionale farbige Originalplan des Gartenbauarchitekten Bareaud, der in Athen nach Einfällen von Ottos Gemahlin Amalie den heutigen Nationalgarten, die grüne Lunge der Metropole, schuf. An diesem Plan orientieren sich heute noch Athener Idealisten und Experten, die den von Vernachlässigung bedrohten Park erhalten und ihm seine einstige Pracht wieder schenken wollen.

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Ein anderes Prunkstück sind die sogenannten Moussouros-Teller aus kostbarem Nymphenburger Porzellan, die in einem heiklen Moment der griechischen Geschichte eine wichtige Rolle spielten. Damals bedrohte der Sultan aus lächerlichem Grund das kleine Griechenland mit Krieg. Da half König Ludwig seinem Sohn und ganz Hellas aus der Patsche. Nicht mit Kanonen, sondern mit Porzellantellern als Geschenk von Monarch zu Monarch. So mussten nicht die Griechen die Initiative ergreifen, sondern der auf den Tellern prangende  bayerische Löwe nahm ihnen das ab, und der konnte sich das leisten. So unglaublich es klingt, mit diesem Trick König Ludwigs wurde das Desaster abgewendet. Daher können noch heute Politiker und Diplomaten, so sie das Museum besuchen, dort an Hand von Kunstwerken lernen, wie man bedrohliche Situationen meistern kann, wenn man rechtzeitig die richtigen Einfälle hat.

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Jedes Jahr besuchen mehr als tausend griechische, deutsche und internationale Wissbegierige das Museum. Eine von ihnen bedankte sich am 2. November 2019 mit folgenden Worten im Gästebuch:“Außerordentlich schönes Museum. Als Griechin bin ich stolz, dass die Geschichte Griechenlands so gut präsentiert wird.“

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