Innenminister Evripidis Stylianidis hielt letzte Woche einen Vortrag im Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel. Anlass war das Kolloquium „Strategien für ein nachhaltiges Wachstum im südlichen Europa – Beispiel Griechenland“. 

Stylianidis verwies auf die in den letzten Monaten gemachten Fortschritte, erinnerte aber auch an die besondere Ausgangssituation Griechenlands in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Griechenland einen verheerenden Bürgerkrieg, eine erdrückende siebenjährige Diktatur (1967-1974) und die Tragödie auf Zypern erleiden müssen. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde ein schwerfälliger und jegliche private Initiative unterdrückender Verwaltungsapparat aufgebaut, unter dem das Land noch heute leidet. 

Jedoch hat die Regierung unter Premierminister Antonis Samaras in den ersten 100 Tage Maßnahmen getroffen, welche den Staat verschlanken, Verfahren vereinfachen und die Marktwirtschaft fördern. Griechenland, so Stylianidis, hat zahlreiche Vorteile, nicht nur im touristischen Sektor. Die aktive und dynamische griechische Diaspora zählt gut acht Millionen Menschen. Die Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert. Zudem verfügt Griechenland auch über eine gute Infrastruktur, welche – kombiniert mit der entsprechenden institutionellen Umgebung und moderner Technologie – die nationale Wirtschaft erheblich fördern kann. Aufgrund seiner Kultur und Geschichte könnte das Land außerdem Studenten aus außereuropäischen Ländern anlocken. Stylianidis warnte vor enormen Flüchtlingsbewegungen wegen der Entwicklungen in der arabischen Welt. Angesichts der wirtschaftlichen Situation kann Griechenland die Last der illegalen Einwanderer nicht alleine tragen. „Stellen Sie sich mal vor, was ein Zusammenbruch Griechenlands für die Sicherheit, die Stabilität und das Wachstum Europas insgesamt heißen würde“, konkludierte Stylianidis. (So.K.).

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