Der Verleger und Buchkünstler Sotiris Fasoulas hat einen neuen literarischen Verlag gegründet. Das erdachte Konzept aller Veröffentlichungen sieht vor, inhaltlich wie formal hervorragende Bücher zu publizieren, die sich durch höchste Qualität, feine Papiere und außerordentliche typografische Gestaltung auszeichnen. Die 60 Titel, die bereits vorliegen, bilden eine geschlossene Buchreihe, welche sich in der griechischen verlegerischen Landschaft durch die gepflegte Ausstattung und die grafische Gestaltung besonders hervorheben.

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 GRIECHENLAND AKTUELL sprach mit dem Verleger Sotiris Fasoulas über den neuen Verlag in einer schwierigen Krisenzeit.

Wann wurde der „Perispomeni Verlag“ gegründet? Welche sind die ersten Veröffentlichungen des Verlags?

Der „Perispomeni Verlag“ wurde Anfang 2011 in Athen gegründet. Im Frühjahr 2011 sind, als erste Veröffentlichung, die berühmten Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke erschienen, ein Buch das zweimal für den Preis literarischer Übersetzung nominiert wurde. Wenig später folgte ein ebenfalls bahnbrechendes Werk der deutschsprachigen Literatur, die Hymnen an die Nacht von Novalis, das zweimal preisgekrönt wurde (darunter mit dem renommierten deutsch-griechischen Übersetzerpreis des Goethe Instituts Athen). Im Herbst 2013 erschien, erstmals auf Griechisch, ein klassisches Werk der deutschsprachigen Literatur des 17ten Jahrhunderts, der Cherubinische Wandersmann von Angelus Silesius, das große Beachtung fand.

Welche Werke oder Bücher stehen im Mittelpunkt des Verlags?

Der „Perispomeni Verlag“ möchte vor allem bedeutende, klassische Werke der deutschsprachigen Literatur, Dichtung und Philosophie dem griechischen Lesepublikum zugänglich machen. Er ist der einzige Verlag heute in Griechenland, der sich ernsthaft bemüht, die weitgehend unbekannte deutschsprachige Literatur bekannt zu machen. In guten, kenntnisreichen Übersetzungen werden Werke veröffentlicht, die bislang meistens unbekannt geblieben sind. Der Verlag möchte vor allem die lange, gute und fruchtbare griechisch-deutsche geistige Tradition weiterführen und vertiefen. Der „Perispomeni Verlag“ möchte sich weiterhin der großen, klassischen Literatur (insbesondere der deutschsprachigen) widmen und der guten, alten Typografie treu bleiben. Denn es gibt durchaus viele bedeutsame Bücher, die sich still und stetig verbreiten und anderswo kaum eine Publikationschance gehabt hätten.

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Sie haben den Verlag in den ersten Jahren der großen Finanzkrise gegründet. Wie schwierig ist es, gute, anspruchsvolle Literatur in einer krisenreichen Zeit zu veröffentlichen und zu vermarkten?

Es ist durchaus schwierig in einer solch schwierigen Zeit anspruchsvolle literarische Titel zu vermarkten. Der „Perispomeni Verlag“ wurde, wie ich vorhin erwähnt habe, im Jahr 1 der griechischen Finanzkrise gegründet. Mir war es von Anfang an klar, dass die kommenden Jahre anstrengend sein werden. Ich bin jedoch optimistisch und auch fest davon überzeugt, dass die Qualität sich mit der Zeit doch durchsetzt. Die gute, anspruchsvolle Literatur hat ihr eigenes, treues Lesepublikum, auch wenn es kein allzu großes Lesepublikum ist. Dies macht mich doch zuversichtlich. (AL)

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