Kythnos gehört zu den westlichen Kykladen. Sie ist eine kleine, wenig bekannte, aber doch ursprüngliche, ja authentische Kykladeninsel. Der Name geht auf den mythischen König Kythnos zurück, der –laut der griechischen Mythologie– ein Sohn Apollons war. Daher die Überreste eines Apollontempels.

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Die Insel hieß früher auch Dryopis, nach den ersten Ureinwohnern, den Dryopen benannt. Archäologische Funde bestätigen, dass die Insel schon seit dem 9. Jahrtausend kontinuierlich bis zur mittelalterlichen Zeit bewohnt wurde. Nördlich der Ortschaft Loutrá haben Archäologen gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, am flachen Ufer bei Maroulas, kreisförmige Reste einer Siedlung aus der späten Mittelsteinzeit ausgegraben. Heute leben auf der Insel Kythnos nicht mehr als eintausend fünfhundert Einwohner. Die Touristen, die Jahr für Jahr der kleinen Insel die Treue halten, sind mehrere Tausende.

Kythnos erreicht man mit der Fähre aus dem kleinen Küsteonort Lávrio, (nahe Athen). In zwei Stunden ist man in dem kleinen Hafen von Kythnos namens Mérichas. Das Innere der Insel, das vom hügeligen Gelände geprägt ist, bietet sich hervorragend zum Wandern an. Traumbuchten mit kristallklaren, türkisfarbigen Gewässern laden die Badegäste ein.

Auch die Unterwasserwelt ist von atemberaubender Schönheit. Man kann die Stalaktiten in einer Höhle in Dryopida bestaunen und auch von der historischen Bedeutung der Insel bei einem Besuch in der Ausgrabungsstadt Vryokastro erfahren. Diese Stadt wurde schon im 10. vorchristlichen Jahrhundert bewohnt und zählt zu den ältesten Siedlungen in der ganzen Ägäis.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört gewiss die alte Kirche Panagiá Kanála, die im Jahr 1869 erbaut wurde, nachdem Fischer eine Ikone der Muttergottes in der Meeresenge (Kanal, daher Kanála) zwischen Kythnos und Sérifos aus dem Meer geborgen haben. Die Wunderikone, ein Werk des Malers Emmanuel Skordilis aus dem Jahr 1575, ist aus künstlerischer Seite gesehen ein Meisterwerk der byzantinischen Ikonenkunst und insbesondere der sogenannten Kretischen Schule.

Die Wallfahrtskirche ist auf einem Felsvorsprung gebaut und blickt auf eine wunderschöne Bucht mit Sandstrand hinab. Hier wird alljährlich am 15. August das große Fest zu Ehren der Schutzheiligen der Insel, Panagiá Kanála, gefeiert. Eine weitere Kirche, Panagiá stou Mathiá, ist auch einen Besuch wert. Oder die zwei höchsten Gipfeln der Insel, Kakovolos und Profitis Ilias.

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Der Strand von Kolóna, ein schmaler Sandstreifen, der die Insel mit dem vorgelagerten Felseninsel Agios Loukas verbindet, sorgt für schöne Momente. Man sollte auch zur Kapelle Agios Loukas hinaufsteigen und die wunderschöne Sicht ins Offene genießen.

Im Nordosten der Insel, an einer geschlossenen Bucht, liegt der Ort Loutrá, der über zwei, bereits in der Antike schon hochgeschätzte Thermalquellen verfügt. Ein weiterer Name von Kythnos war Thermiá, aus den beiden Heilquellen, die hier in der Kuranlage entspringen. In den 1830er-Jahren kam hier oft Amalia, die Gemahlin von König Otto zur Kur.

Der Strand Lefkas lädt zum Verweilen ein, bevor man sich auf dem Weg zum alten Dorf Dryopida macht, das in früheren Zeiten der Hauptort von Kythnos war. Die nahegelegene Höhle mit dem markanten Namen Katafygio (Zuflucht) zählt mit einer Länge von ca. 10 km und einer Höhe von 200m zu den größten Höhlen von ganz Griechenland.

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Man kann außerdem kleine, aber feine Käsereien besuchen und erfahren, wie alte Käsesorten aus Schafs- und Ziegenkäse immer noch heute mit traditionellen Mitteln hergestellt werden. Die Weine von ortsansässigen Winzern oder die eine oder andere Imkerei mit leckerem Thymianhonig prägen die kulinarischen Erinnerungen.    

Kythnos ist einer der wenigen Orte in ganz Griechenland, der immer noch heute eine Ursprünglichkeit und Authentizität bewahrt hat. Die Touristenmassen fehlen hier ganz, die Natur ist großartig und insgesamt kann man von einer heilen Welt sprechen. Wanderungen können den Besucher durch ursprüngliche Landschaften führen, vorbei an Kirchen und kleinen, malerische Kapellen, Sandstränden und traditionellen, weiß gekalkten Dörfern. Mit Abenteuer- und Entdeckergeist findet man sich immer wieder gut zurecht.          

(AL)

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