Dank seiner vorteilhaften geographischen Lage galt Griechenland seit langem  als Treffpunkt von verschiedenen Zivilisationen und Kulturen, die ihre Spuren überall hinterlassen haben: in der Architektur von Bauwerken und Siedlungen, in der Miniaturkunst, im Alltagsleben, in den Essgewohnheiten und in allen Bereichen der Volkskunst. Das Land verfügt daher heute über eine Vielfalt von Denkmälern und ist auf der UNESCO – Liste des Welterbes mit 17 Welterbestätten vertreten. GR Aktuell hat bisweilen Sonderartikel über den Apollotempel von Bassae (s. „Unbekanntes Griechenland: Das besondere Erlebnis Nr. 8“), das Kloster von Hosios Lukas bei Delphi (s. „Unbekanntes Griechenland: Das besondere Erlebnis Nr. 37) und die mittelalterliche Stadt von Rhodos (s. „Die historischen Gebäude Griechenlands – Die Insel Rhodos“) veröffentlicht. Bei dieser Einheit werden die übrigen griechischen Welterbestätten präsentiert.
 
 
Die nordgriechische Stadt Thessaloniki, die zweitgrößte Stadt Griechenlands und Hauptstadt der Präfektur von Zentralmakedonien, wurde 314 v. Chr. gegründet und erlebte eine Blütezeit in der römischen Zeit. In der byzantinischen Ära war Thessaloniki, als Hauptstdt der Provinz von Makedonien, die zweitgrößte Stadt des byzantinischen Reichs nach Istanbul, und zwar ein bemerkenswertes politisches, wirtschaftliches, religiöses und kulturelles Zentrum. Sie spielte ferner eine führende Rolle auf der gesamten balkanischen Halbinsel und trug stark zu der Ausbreitung des Christentums in den Slawen und der Entstehung des slawischen Alphabets bei. 
 
 
In der heutigen Stadt überleben Denkmäler aus verschiedenen historischen Perioden. Unter ihnen liegen die Festungsmauer der Stadt, dreizehn Kirchen, die vom Ende des 4. Jh. bis zur Eroberung der Stadt durch die Osmanen im Jahre 1453 erbaut wurden, sowie ein byzantinisches Bad.
Diese frühchristlichen und byzantinischen Baudenkmäler nahm 1988 die UNESCO in die Liste der Welterbestätten auf. Sie stellen eine diachrone typologische Serie dar und sie haben erheblichen Einfluss auf die byzantinische Welt ausgeübt. Nicht zuletzt gehören die Mosaiken von Rotonda, St. Demetrios und St. David zu den wichtigsten Meisterwerken der frühchristlichen Kunst. 
 
 
Beim Erkunden der Stadt wird man von den zahlreichen Kirchen bezaubert. Die berühmte Rotonda, ein überkuppelter Rundbau aus dem 4. Jh. n. Chr., wurde ursprünglich als römischer Tempel erbaut und später in eine Kirche umgewandelt. Heute dient sie als Museum (für weitere Informationen lesen Sie den ausführlichen Artikel von GR Aktuell Nr. 24, 2.4.2009). Im Stadtzentrum liegt die im 5. Jh. errichtete Kirche von „Achiropiitos“, die die erste Kirche ist, die nach der Eroberung von Istanbul durch die Osmanen in eine Moschee umgewandelt wurde. Die fünfschiffige Kirche Agios Dimitrios ist dem Schutzpatron der Stadt geweiht und verfügt über eine hervorstechende bildhauerische Dekoration (Mosaiken und Wandmalereien). Schöne Mosaiken sind ebenfalls im frühchristlichen Kloster Latomou zu bewundern.

Aus dieser Zeit stammt auch die Befestigungsmauer von Thessaloniki, die im 4. Jh. unter Kaiser Theodosius erbaut wurden. 
 
Zu der mittelbyzantinischen Zeit gehören die Kirchen Agia Sophia und Panagia Chalkeon. Das Kuppelmosaik von Agia Sophia hat zum Thema die "Himmelfahrt Christi" und zählt zu den wichtigsten künstlerischen Schaffungen der Periode der sogenannten „Wiederbelebung der Makedonischen Könige“. Das in Ano Poli von Thessaloniki liegende byzantinische Bad ist das einzige aus dieser Periode stammende Bad, das bis heute in ganz Griechenland bewahrt wird. Es wurde 1300 errichtet und wurde noch bis 1940 betrieben. Die sieben Kirchen der spätbyzantinischen Zeit wurden vom 13 Jh. bis zum Untergang des byzantinischen Reichs (1453) erbaut. In der Nähe von Rotonda und dem Bogen von Galerius liegt die Kirche Agios Panteleimonas, die im 14 Jh. ein wichtiges kulturelles Zentrum war.

Die Kirche Agii Apostoli kennzeichnet sich durch ihren wunderbaren plastischen Keramikschmuck. Ebenso wertvoll sind die Wandmalereien der Kirche Afios Orphanos, die zu den am besten erhaltenen Malereien dieser Art in Thessaloniki gehören. (Art.S.)

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