Dank seiner vorteilhaften geographischen Lage galt Griechenland seit langem  als Treffpunkt von verschiedenen Zivilisationen und Kulturen, die ihre Spuren überall hinterlassen haben: in der Architektur von Bauwerken und Siedlungen, in der Miniaturkunst, im Alltagsleben und in allen Bereichen der Volkskunst. Das Land verfügt daher heute über eine Vielfalt von Denkmälern und ist auf der UNESCO – Liste des Welterbes mit 17 Welterbestätten vertreten. GR Aktuell hat bisweilen Sonderartikel über den Apollotempel von Bassae (s. „Unbekanntes Griechenland: Das besondere Erlebnis Nr. 8“) und das Kloster von Hosios Lukas bei Delphi (s. „Unbekanntes Griechenland: Das besondere Erlebnis Nr. 37) veröffentlicht.
 
 
Der Heilige Berg auf dem dritten Teil („Athos“) der Halbinsel Chalkidiki ist ein Mönchsstaat mit 20 Großklöstern, wo etwa 2000 Mönche leben. Seit 1054 gilt die Gegend als Zentrum des orthodoxen mönchischen Lebens und als einer der weltweit wichtigsten heiligen Orte der östlichen Kirche, indem er außer seiner Naturschönheit eine erhebliche historische, religiöse und kulturelle Bedeutung hat. Dort werden ferner einzigartige Schätze der griechischen Kunst und Literatur aufbewahrt. Die Gegend hat einen besonderen Status mit weitgehender innerer Autonomie; Der Zutritt ist ausschließlich Männern (ab 18 Jahren) vorbehalten. Seit 1988 gehört die Klosterrepublik von Athos zu der UNESCO – Weltkulturerbeliste. 
 
Die 20 Klöster des Heiligen Berges differieren architektonisch von den sonstigen Klöstern in Griechenland, da sie mehr mittelalterlichen Städten ähneln. Die meisten befinden sich oft an unzugänglichen Stellen, sie sind von riesigen Mauern umgeben und verfügen über imposante Haupteingänge mit großen Innenhöfen. Das wichtigste Gebäude jedes Klosters ist das Katholikum, nämlich die Hauptkirche. Es befindet sich im Zentrum des Klosterinnenhofes und weist einen für alle Klöster identischen architektonischen Stil auf, der eine Weiterentwicklung der Kreuzkuppelkirche mit zwei Nischen ist. Die Innenwände der meisten Kirchen sind mit Fresken bedeckt. 
 
Viele Klöster verfügen über einen Wachturm, der früher als Verteidigungspunkt vor eventuellen Piratenüberfällen diente. Die Toren jedes Klosters schließen nach Sonnenuntergang.
 
In den Klöstern auf dem Berg Athos werden einzigartige Meisterwerke der orthodoxen Malerei der byzantinischen und post-byzantinischen Zeit bewahrt. Dort hatten von 13. Jh. n. Chr. bis zum 16. Jh. zwei Malerschulen geblüht: die Makedonische und die Kretische Schule.

Viele Ikonen dieser Zeit stammen aus den bekannten christlichen Werkstätten in Istanbul und Thessaloniki. Besonders hervorzuheben sind die zwei Mosaikikonen von St. Georg und St. Demetrius im Kloster von Xenophon.

In der Klosterrepublik des Berges Athos werden ferner tausende Kunstwerke und Kirchenschätze aufbewahrt, darunter mehr als 15.000 Ikonen, eine große Sammlung von illustrierten Manuskripten, 14.000 wertwolle kleine Gegenstände, Stickereien, Holzschnitzereien, Lithographien, Fotos, Briefmarken und wichtige schriftliche Dokumente, sowie Werkzeuge, Keramiken und Möbel. 
 
Das monastische Leben auf dem Berg Athos stammt aus dem 7. Jh. Ab dem 9. Jahrhundert wurde das Leben der Mönche besser organisiert. Die Hauptstadt des Berges Athos ist Karyes, wo die Kathedrale von Protaton liegt. Dort wird die heilige Ikone „Axion Esti“ bewahrt. Das älteste und größte Kloster der Gegend ist Megisti Lavra, das 957 gegründet wurde. Das Kloster von Vatopedi wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und kennzeichnet sich durch seine reiche Bibliothek mit mehr als 1.700 Manuskripten und 10.000 Büchern. Eines der größten Klöster der Gemeinde ist Moni Iviron, wo am 15. August der Heimgang der Gottesmutter gefeiert wird.

Alle Klöster des Mönchsstaats des Heiligen Berges haben jedoch enorme historische und religiöse Bedeutung als wichtige Zentren der Orthodoxen Spiritualität, deshalb locken sie viele Besucher aus der ganzen Welt an. Interessenten müssen sich zunächst telefonisch bzw. schriftlich an das Pilgerbüro der Heiligen Gemeinde des Athos in Thessaloniki wenden. (Art.S.)

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