Der Karneval von Xanthi in Thrakien gehört zu den bekanntesten Karnevalsveranstaltungen Griechenlands und des Balkans. Die „Thrakischen Folklorefeste von Xanthi“ – oft einfach als Karneval von Xanthi bezeichnet – sind die traditionsreichste und langlebigste Veranstaltung der Stadt. Er wird seit 1966 gefeiert und gilt nach dem Karneval von Patras als zweitgrößter Karneval Griechenlands sowie als der größte auf dem Balkan.
In den letzten Jahren hat der Karneval von Xanthi die Grenzen Griechenlands überschritten und ist besonders in den benachbarten Balkanländern sehr bekannt und beliebt geworden. Besucher aus Bulgarien, der Türkei und Rumänien reisen jedes Jahr an, um das Karnevalsgeschehen aus nächster Nähe zu erleben; viele von ihnen nehmen sogar aktiv am großen Festumzug teil.

Es ist das beliebteste Brauchtum der Stadt Xanthi, das Einheimische und Besucher jedes Jahr mit derselben Begeisterung und Hingabe feiern. Die am Karneval teilnehmenden Vereine bereiten ihre Festwagen und Kostüme das ganze Jahr über sorgfältig vor, um bestens für den großen Festumzug gerüstet zu sein.
Der Karneval von Xanthi zeichnet sich durch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm aus: Dazu gehören Events rund um Musik, Tanz und Theater, Ausstellungen mit künstlerischem und anderem thematischen Schwerpunkt, Vorträge, Buchpräsentationen sowie Filmvorführungen. Darüber hinaus bietet das Fest zahlreiche Möglichkeiten zur Unterhaltung, zum ausgelassenen Feiern und zum geselligen Beisammensein.

Die Feierlichkeiten beginnen mit dem Auftakt der Karnevalszeit und erstrecken sich über die gesamte Dauer des sogenannten Triodion. Konzerte bekannter griechischer und internationaler Künstler, kleinere Umzüge, Ausstellungen sowie Tanzdarbietungen von Folkloregruppen prägen das Programm. Hinzu kommen zahlreiche offizielle und inoffizielle Feste der teilnehmenden Vereine.
Den Höhepunkt bildet der große Karnevalsumzug, der am letzten Sonntag der Karnevalszeit – unmittelbar vor dem Rosenmontag – stattfindet. Dann erstrahlt die Stadt Xanthi in den Farben und Klängen der kostümierten Teilnehmer, die den Karnevalskönig begleiten. Tausende Karnevalisten strömen auf die Straßen und ziehen gemeinsam mit Dutzenden kunstvoll gestalteter Festwagen durch die Stadt.


Nach dem Umzug folgt das traditionelle „Verbrennen des Tzáras“ am Fluss der Stadt – ein Brauch, der seine Wurzeln in der Antike hat und bis heute lebendig geblieben ist. Der „Tzáras“ oder „Tzáros“, wie ihn die Bewohner Ostthrakiens nennen, war eine künstlich gefertigte menschenähnliche Figur, die auf einem Haufen aus Stechginster (bzw. dornigem Buschwerk) aufgestellt wurde.





Der volkstümlichen Überlieferung zufolge wurde der Tzáras am letzten Sonntag der Karnevalszeit in der Mitte eines freien Platzes, auf einer Wiese oder auf einer Anhöhe verbrannt, damit man im Sommer von Flöhen verschont bleibe.
Diesen Brauch brachten Flüchtlinge aus Samakow in Ostthrakien mit. Er wird jedes Jahr von den Bewohnern der gleichnamigen Siedlung in Xanthi wiederbelebt, die sich in der Nähe der Brücke über den Fluss Kosynthos befindet.
Die Bezeichnung „Tzáras“ geht auf das eigentümliche Geräusch („tz, tz, tz“) zurück, das beim Verbrennen des Buschwerks entsteht. Ein eindrucksvolles Feuerwerk bildet den glanzvollen Abschluss der Zeremonie.
Neben den Karnevalsveranstaltungen lohnt es sich für Besucher, auch die Altstadt von Xanthi zu erkunden, die eindrucksvoll von der wechselvollen Geschichte der Stadt im Laufe der Jahrhunderte zeugt. Ein Spaziergang durch die engen, gepflasterten Gassen führt vorbei an den charakteristischen Erkern (Sachnisi) der traditionellen Häuser, an sorgfältig restaurierten Herrenhäusern und an neoklassizistischen Gebäuden.


Besonders sehenswert ist das Volkskunde- und Geschichtsmuseum von Xanthi, das in einem architektonisch herausragenden Gebäude aus dem Jahr 1830 untergebracht ist. Ebenso empfehlenswert ist die Städtische Galerie von Xanthi. Dort sollte man nicht nur den ausgestellten Werken Beachtung schenken, sondern auch dem Gebäude selbst, da es sich um eines der ältesten Bauwerke der Stadt handelt und ein typisches Beispiel der volkstümlichen mazedonischen Architektur darstellt.
Besucher von Xanthi sollten einen Spaziergang durch das malerische Viertel Samakov unternehmen – das traditionelle Arbeiterviertel der Altstadt am Ostufer des Flusses Kosynthos.
Ebenso empfehlenswert ist ein kurzer Rundgang durch das Gebiet der Tabaklagerhäuser (Kapnothikes), die ein repräsentatives Beispiel jener Industriearchitektur darstellen, die sich gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Stadt entwickelte.
Quellen, Fotos: https://www.visitthraki.gr, https://greece-bg.com, https://xanthinews.gr, www.travel.gr, https://culture.cityofxanthi.gr/xanthiotiko-karnavali/, https://odigosxanthis.gr/touristikos-odigos/ekdiloseis/karnavali, https://www.thrakitoday.com
(PS)




