Die Gemäldeausstellung „Alexander der Große – Zurück nach Ägypten“ wurde am 13. Dezember 2025 in Alexandria eröffnet und stellt ein kulturelles Ereignis von hoher symbolischer Bedeutung dar. Sie ist der zeitlosen Figur Alexanders des Großen gewidmet – dem Gründer Alexandrias und einem universellen Symbol des interkulturellen Dialogs. Die Ausstellung präsentiert 53 Werke des international renommierten griechischen Künstlers und Architekten Makis Warlamis (1942–2016), darunter großformatige Gemälde, Skulpturen und komplexe Bildkompositionen. In einem zeitgenössischen künstlerischen Ansatz wird Alexander der Große nicht nur als historische Figur dargestellt, sondern als universelles Sinnbild für Wissen, Kreativität und die Verbindung der Zivilisationen.

Die Ausstellung ist in der Bibliotheca Alexandrina unter der Schirmherrschaft der Griechischen Botschaft in Kairo, des Griechischen Verteidigungsministeriums, der Aristoteles-Universität Thessaloniki sowie des Verbandes der Griechischen Regionen (ENPE) zu sehen. Sie wird in Zusammenarbeit zwischen der Bibliotheca Alexandrina und der Experimentellen Werkstatt Vergina, dem Zentralverband der Griechischen Gemeinden (KEDE), dem Griechischen Forschungsinstitut für die Alexandrinische Zivilisation sowie dem Waldviertel Art Museum (Österreich) organisiert.
Bei der Eröffnungsfeier ging Dr. Ahmed A. Zayed, Direktor der Bibliotheca Alexandrina, auf die historische Rolle der antiken Bibliothek von Alexandria ein. Er betonte, dass die moderne Bibliothek die intellektuelle und kulturelle Fortführung ihrer antiken Vorgängerin darstelle und deren Auftrag als globales Zentrum des Wissens weitertrage. Besonders hervorgehoben wurde das Alexandria Center for Hellenistic Studies, das – inspiriert vom Geist der hellenistischen Epoche – in Zusammenarbeit mit der Universität Alexandria ein postgraduales Studienprogramm anbietet.
Der griechische Botschafter in Kairo, Nikolaos Papageorgiou, äußerte seine tiefe Rührung über die Verwirklichung der Ausstellung und bezeichnete sie als die „Rückkehr“ Alexanders des Großen in die Stadt, die er gegründet und geliebt habe. Er erinnerte daran, dass Werke von Warlamis bereits in den 1990er Jahren in Kairo gezeigt worden seien; ihre Präsentation in Alexandria habe jedoch eine besondere Bedeutung, da keine andere Stadt so eng mit dem Hellenismus verbunden sei. Darüber hinaus betonte er, dass sich die griechisch-ägyptischen Beziehungen derzeit auf ihrem höchsten Niveau befänden und als Vorbild für Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt im östlichen Mittelmeerraum dienten.

Pavlos Trochopoulos, Direktor der Experimentellen Werkstatt von Vergina, beschrieb die Ausstellung als eine kulturelle und menschliche Begegnung zwischen Griechenland und Ägypten und hob die Teilnahme einer großen griechischen Delegation hervor, die eigens für diese Veranstaltung angereist war. Er verwies auf die tiefgreifende menschliche Dimension im Werk von Makis Warlamis und betonte, dass dessen Kunst Werte wie Güte, Liebe und selbstloses Dienen am Mitmenschen in den Mittelpunkt stelle. Er unterstrich, dass Alexander in Warlamis’ Perspektive nicht nur eine historische Gestalt sei, sondern eine Idee verkörpere – Toleranz, Respekt vor Vielfalt und die Einheit der Menschheit –, die jeden Besucher dazu einlade, seinen eigenen „Alexander“ zu entdecken.
Der Gouverneur von Alexandria, Ahmed Khaled Hassan Said, betonte, dass die Stadt mit dieser Ausstellung eine historische Persönlichkeit ehre, die sowohl die Weltgeschichte als auch den Charakter Alexandrias selbst unauslöschlich geprägt habe. Er hob hervor, dass die 53 Werke von Makis Warlamis eine klare Botschaft von Frieden, Zusammenleben und gegenseitigem Verständnis vermitteln – Werte, die untrennbar mit der Identität der Stadt verbunden seien. Zudem erinnerte er daran, dass die Gründung Alexandrias im Jahr 331 v. Chr. kein Zufall gewesen sei, sondern Ausdruck von Alexanders Vision: die Schaffung einer Stadt, die als Brücke zwischen Ost und West und als weltweites Zentrum von Wissen und Kultur diente.

Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Alexander zwischen Legende und Stadt“ statt, die von Professorin Mona Haggag, Präsidentin der Archäologischen Gesellschaft von Alexandria, moderiert wurde. Sie veranschaulichte, wie Alexanders Leistungen ihn von einer historischen Persönlichkeit zu einem nahezu mythischen Symbol erhoben und wie Alexandria diese Verbindung von Geschichte und Legende in idealer Weise verkörpert.
Professor Mohamed Abd El Ghani, Professor für griechische und römische Geschichte, sprach über die Beziehung zwischen Alexander dem Großen und Ägypten und analysierte die politischen und religiösen Rahmenbedingungen, die seinen friedlichen Einzug in das Land im Jahr 332 v. Chr. ermöglichten.
Kalliopi Papakosta, Direktorin des Hellenischen Forschungsinstituts für die Zivilisation Alexandrias, betonte, dass Alexander eine prägende Kraft der Menschheitsgeschichte gewesen sei und dass Alexandria den reinsten Ausdruck des hellenistischen Geistes darstelle.
Abschließend sprach Sofia Avgerinou-Kolonia, emeritierte Professorin der Nationalen Technischen Universität Athen, über die Einzigartigkeit Alexandrias als Stadt des Wissens, der Wissenschaft und der Kultur. Sie hob hervor, dass Alexander zwar die Vollendung der Stadt nicht mehr erlebt habe, seine Vision jedoch ihren Werdegang über die Jahrhunderte hinweg unauslöschlich geprägt habe.
Fotos: Experimental Workshop of Vergina https://warlamis.gr/




