Premierminister Kyriakos Mitsotakis vertrat Griechenland auf der 2. Konferenz für Kernenergie in Paris (10. März). An der Konferenz – der zweiten seit 2024, als die erste in Brüssel stattfand – nahmen Vertreter aus 41 Ländern teil.

In seiner Rede erklärte Premierminister Mitsotakis unter anderem:

„In Griechenland haben wir in den letzten Jahren erheblich in erneuerbare Energien investiert. Vor 20 Jahren basierte mehr als die Hälfte unserer Stromerzeugung auf Braunkohle. Heute erzeugen wir mehr als die Hälfte unseres Stroms aus Wind- und Solarenergie. Die erneuerbaren Energien haben uns von einem Nettoimporteur zu einem Nettoexporteur von Strom gemacht und zugleich zu sinkenden Preisen sowie zu einer Stärkung unserer Energieversorgungssicherheit beigetragen.

Angesichts unserer reichhaltigen Ressourcen werden wir weiterhin in Solar- und Windenergie investieren, kombiniert mit Investitionen in Batteriespeicher, Pumpspeicherkraftwerke und Erdgas als Übergangsbrennstoff.“

Andererseits erlebt die Kernenergie, wie inzwischen deutlich wird, ein Comeback. Länder, die über Kernenergie verfügen, planen den Bau weiterer Reaktoren, während Staaten, die aus der Kernenergie ausgestiegen sind, ihre Position erneut überdenken. Dies ist eine begrüßenswerte Entwicklung.

Ich bin heute nach Paris gekommen, um zu verkünden, dass auch Griechenland ein neues Kapitel aufschlägt. Es ist an der Zeit zu prüfen, ob die Kernenergie – insbesondere kleine modulare Reaktoren – eine Rolle im griechischen Energiesystem spielen kann. Wir werden einen hochrangigen Ministerausschuss einsetzen, der der Regierung konkrete Vorschläge zu diesem Thema unterbreiten wird.

Unser Bedarf an elektrischer Energie wird weiter steigen. Unabhängig davon, wie stark wir die erneuerbaren Energien ausbauen, werden wir langfristig eine verlässliche Grundlastversorgung benötigen. Keine andere Technologie kann derzeit das leisten, was die Kernenergie in diesem Bereich bietet.

Ein Thema, das Griechenland besonders beschäftigt, ist die Kernenergie in der Schifffahrt. Dabei handelt es sich um eine bewährte Technologie, die seit Jahrzehnten im militärischen Bereich sowie in anderen spezialisierten Anwendungen eingesetzt wird. Derzeit verfügen wir noch nicht über zuverlässige Lösungen für die Dekarbonisierung der Schifffahrt. Die Kernenergie sollte daher in diese Diskussion einbezogen werden.

Griechenland beabsichtigt, in dieser Frage eine führende Rolle zu übernehmen – unabhängig davon, ob die Kernenergie künftig eine Rolle im griechischen Energiesystem spielen wird.

Liebe Freunde, dies ist ein wichtiger Tag für Griechenland. Wir schlagen ein neues Kapitel auf. Bitte betrachten Sie Griechenland als einen „Freund“ der Kernenergie. Ob die Kernenergie in Griechenland künftig eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Doch in Zeiten großer geopolitischer Umbrüche müssen alle Optionen auf dem Tisch liegen.

Es ist unsere Aufgabe, die Kernenergie wieder zu einem Teil der Lösung zu machen.

Quelle: https://www.primeminister.gr/2026/03/10/38077