Das griechische Außenministerium veranstaltete am Montag, dem 9. Februar, um 19:00 Uhr in der Nationalbibliothek Griechenlands im Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung eine offizielle Feier anlässlich des Welttages der griechischen Sprache.

Der Präsident der Republik, Konstantinos Tasoulas, richtete ein Grußwort an die Anwesenden.

Hauptredner war Premierminister Kyriakos Mitsotakis.

Im Anschluss folgte ein Gespräch zwischen Außenminister Giorgos Gerapetritis und dem Professor für Linguistik Giorgos Babiniotis.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Orchester und Chor des Musikgymnasiums von Alimos.

Auszug aus der Ansprache von Premierminister Kyriakos Mitsotakis bei der Veranstaltung:

Ich möchte in aller Kürze einige Gedanken zur Bedeutung des heutigen Tages mit Ihnen teilen. Fast 70 Jahre sind vergangen, seit die internationale Öffentlichkeit Xenophon Zolotas auf Englisch sprechen hörte und verstand – wobei er ausschließlich griechische Begriffe beziehungsweise englische Wörter griechischen Ursprungs verwendete.

Und nun wird die Universalität der griechischen Sprache heute auch offiziell hervorgehoben, indem ihr ein eigener, besonderer Ehrentag im Kreis der international anerkannten Sprachen der UNESCO gewidmet wird. Ich bin der Ansicht, dass diese Entwicklung als Ausgangspunkt für weiteren Fortschritt auf der großen Reise der griechischen Sprache durch die Zeit dienen kann.

Wir sprechen von einer Sprache, die in der Philosophie, im Theater, in der Literatur, in den Wissenschaften und natürlich auch in der Politik im Grunde allgegenwärtig ist.

Ein sprachliches System zur Bildung von Begriffen und zur Erfassung der Wirklichkeit, das das menschliche Denken von den frühesten schriftlichen Zeugnissen der mykenischen Zeit bis in unsere Gegenwart geprägt hat und dabei stets die Suche nach Wahrheit durch den Dialog in den Mittelpunkt stellte.

Es ist zudem die erste Sprache, die den Menschen als Bürger erkannte, das Maß als Notwendigkeit, die Tugend als Rechtschaffenheit und die Freiheit zusammen mit der Schönheit als eigenständige Werte begriff. Diese griechischen Elemente werden durch die zahlreichen Denkmäler und Inschriften bezeugt – durch Hunderttausende von Inschriften.

Doch es sind auch Ideen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und der Renaissance sowie der Aufklärung ihren ganz eigenen Gehalt verliehen – Ideen und Begriffe, die später bedeutende politische Ereignisse wie die Französische und die Amerikanische Revolution inspirierten und natürlich auch den Unabhängigkeitskrieg von 1821.

So wurde die griechische Sprache zu unserer „Brücke“ zur Welt und rückte das moderne Griechenland letztlich ins Herz des Westens, ins Herz Europas.

Sie ist eine immaterielle Quelle des Fortschritts, zugleich aber auch eine Quelle internationalen Ansehens, die unserem Land bereits heute eine besondere Rolle und eine eigene Stimme in einer Welt verleiht, die sich in rasantem Tempo wandelt.

Für alles gibt es ein griechisches Wort. Es ist eine überaus spannende Herausforderung, die griechischen Entsprechungen von Wörtern in den etablierten Weltsprachen aufzuspüren.

Die griechische Sprache überlebt jedoch nicht nur – sie wird bereichert und weitergegeben, obwohl über Jahrhunderte hinweg ein einheitlicher Staat fehlte, der sie hätte schützen können. Ihre Einheit beruht nicht auf Gleichförmigkeit, sondern auf ihrer Kontinuität durch die Vielfalt hindurch.

Sie ist ein kulturelles Kapital von mehr als 3.000 Jahren, das die geistige Welt weiterhin nährt. Zugleich ist sie eine Sprache, die bereit ist, in das grenzenlose Universum der Algorithmen und der künstlichen Intelligenz aufzubrechen und auch dort ihren eigenen Platz zu behaupten – mit Blick auf die Zukunft und im Austausch mit den weltweit verbreitetsten Sprachcodes.

Es ist von großer Bedeutung, dass wir mit „PHAROS“ das erste griechische Sprachmodell geschaffen haben – eines der ersten sieben KI-„Fabriken“ Europas –, sodass die Daten des weltweiten Wissens nun auch auf Griechisch gespeichert und als Grundlage für Schlussfolgerungen genutzt werden können.

Die Förderung der griechischen Sprache ist eine nationale Priorität. Derzeit verfügen wir über 81 Lehrstühle und Programme in 33 Ländern.

Von besonderer Wichtigkeit ist zudem, dass die griechische Sprache heute von der UNESCO als globale Konstante und als bedeutender kultureller Wert anerkannt wird.

Quelle: primeminister.gr