Staatpräsident Karolos Papoulias und Premierminister Antonis Samaras reisten Anfang dieser Woche nach Berlin. Papoulias folgte einer Einladung seines deutschen Amtskollegen, Joachim Gauck, anlässlich der Ausstellung über die Antike Olympia, die zu Ende geht. Der griechische Staatspräsident rief die Deutschen auf, in Griechenland zu investieren. Er würdigte das hervorragende Niveau der bilateralen Beziehungen und äußerte seinen Optimismus, dass künftig die griechisch-deutschen Beziehungen durch das Konzept der Solidarität bestimmt werden, das ein grundlegender europäischer Wert ist. Gleichzeitig unterstrich er, in Griechenland habe sich viel verändert, dank der Opfer des griechischen Volkes, das einen sehr hohen Preis dafür gezahlt habe. In seiner Rede verwies Papoulias auch auf den Beitrag der Griechen zur deutschen Wiedervereinigung.

Das deutsche Staatsoberhaupt betonte seinerseits, seine Mitbürger seien auf der Seite der Griechen. „Griechenland darf in der Zukunft auf die Unterstützung Deutschlands zählen“, sagte Gauck nach dem Treffen mit Papoulias und fügte hinzu: „Wahre Freudschaften bewähren sich in Zeiten der Krise. 

In solchen Zeiten erwarten wir, dass beide Seiten ihrer Verantwortung gerecht werden“. Er äußerte auch großen Respekt für die harte Arbeit der griechischen Regierung zur Überwindung der Wirtschaftskrise und sagte, er sei überzeugt davon, dass Griechenland ein untrennbarer Teil der Eurozone war und ist. Premierminister Antonis Samaras reiste nach Berlin anlässlich eines Forums, das von der Zeitung „Die Welt“ organisiert wurde. Er wurde vom Axel-Springer Verlag eingeladen und war der Hauptredner dieses Forums, an dem auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi teilnahmen.

Samaras, der vom Minister für Entwicklung, Kostis Chatzidakis, sowie vom stellvertretenden Minister, Notis Mitarakis, begleitet wurde, erläuterte den aktuellen Zustand der griechischen Wirtschaft und sprach von der Notwendigkeit, das Wachstum zu fördern, damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Am Dienstag hatte Samaras ein informelles Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, sowie ein privates Treffen mit dem ehemaligen Außenminister Deutschlands, Hans-Dietrich Genscher. Samaras diskutierte mit seiner deutschen Amtskollegin über die Reformfortschritte in Griechenland, sowie über die allgemeine wirtschaftliche Situation und weitere Themen, die mit den Entwicklungen in der EU zu tun haben. 

Der griechische Premier unterstrich wiederum die Anstrengungen, die Griechenland unternommen hat, sowie die großen Opfer des griechischen Volkes, um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen sowohl der europäischen Völker, als auch der Märkte zurückzugewinnen. Er betonte dabei, dass sein Land in diese Richtung systematische Maßnahmen ergriffen und eine Reihe von Gesetzen verabschiedet hat. Er fügte hinzu, dass die Sicherung der Liquidität zu den wichtigsten Prioritäten seiner Regierung gehört. Durch Investitionen könne das dringend benötigte Wirtschaftswachstum gefördert werden, damit auch die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit, die ein riesiges Problem darstellt, reduziert werden kann. Antonis Samaras sprach auch von der Bedeutung der Bekämpfung von Steuerflucht und vom Versuch seiner Regierung, das Gefühl der Gerechtigkeit in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. (Arch.Pn.).