melina mercouri punto

Das griechische Kulturministerium hat das Jahr 2020 zum "Melina Mercouri Jahr" erklärt. Das 100-jährige Jubiläum seit der Geburt der international renommierten griechischen Schauspielerin, Aktivistin und viel geliebten ehemaligen Kulturministerin Melina Mercouri (1920-1994) wird mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert.

Das Programm der Feierlichkeiten wurde Ende Januar von Kulturministerin Lina Mendoni am Sitz der Melina-Mercouri-Stiftung (MMS) präsentiert. Anwesend dabei waren der Präsident der Stiftung, Ch. Argyropoulos, die Generalsekretärin M. Pavlidou und der Direktor des Nationaltheaters, D. Lignadis, alle Mitglieder des Ausschusses zum „Melina Mercouri 2020“ unter dem Vorsitz des ehemaligen französischen Kulturministers Jack Lang.

Das "Melina Mercouri Jahr" begann vor einigen Wochen (29.1.) im Akropolis-Museum mit der Vorstellung des Konferenzberichts "Proceedings of the International Workshop for the Reunification of the Parthenon Sculptures" und der Vorführung eines Videos über Melina Mercouris Schaffen und persönlichen Kampf für die Rückführung der im British Museum ausgestellten Parthenon-Skulpturen nach Griechenland.

Cavalcade west frieze Parthenon BM

In den nächsten Tagen, am 26. Februar, wird die Gedenkausstellung in der Stiftung für peloponnesische Folklore "Unsere Melina" präsentiert, gefolgt Ende März von einer Reihe von Fotoausstellungen im UNESCO-Hauptquartier in Paris, die sich erneut mit der Rückgabe der Parthenon-Skulpturen und dem Kampf gegen den Antiquitätenschmuggel befassen. Darüber hinaus, im Juni wird die Sängerin Alkistis Protopsalti im Kleinen Theater von Epidauros Lieder aus Melina Mercouris Werk aufführen. Für Juli sieht das Programm außerdem eine große Langzeitausstellung vor, die bis September im Technopolis-Kulturzentrum der Athener Gemeinde zu sehen sein wird, welche Fotos, Plakate, Kostüme, und sogar Mercouris Korrespondenz mit Prominenten ihrer Zeit umfasst. Die Ausstellung wird von der MMS mit der Unterstützung von Manuela Pavlidou und Yorgos Pilihos organisiert und von Nikos Kaltsas kuratiert.

Es sei darauf hingewiesen, dass der diesjährige Melina Mercouri Preis für die beste junge Theaterschauspielerin von der MMS an das Rex-Theater vergeben wird, wie vom Direktor des Nationaltheaters Dimitris Lignadis angekündigt. Der Preis dieses Jahr wird eine besonders pädagogische Dimension haben und sich an die jüngere Generation richten.

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet doch der 18. Oktober, der Geburtstag von Melina, wobei eine besondere Veranstaltung unter dem Titel „Piräus feiert Melina“ im Stadttheater von Piräus geplant ist. Am selben Tag organisiert das MMS in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium einen Workshop, der der Arbeit Melinas als Kulturministerin gewidmet ist, mit besonderem Schwerpunkt auf den erfolgreichen Erfahrungen der regionalen Stadttheater (DIPETHE).

Parthenon melina crop

Eine emblematische Figur des zeitgenössischen Griechenlands mit einem mehrdimensionalen Werk

Eine der einflussreichsten Frauen Griechenlands im 20. Jahrhundert, Melina Mercouri wurde 1920 in eine prominente athenische Politikerfamilie hineingeboren: sie war die Enkelin des Bürgermeisters von Athen, Spyridon Mercouris, und die Tochter von Stamatis Mercouris, Abgeordneter im griechischen Parlament und kurze Zeit Innenminister Griechenlands. Entschlossen, trotz des Widerstands ihrer Familie, Schauspielerin zu werden, studierte sie an der Schauspielschule des Nationaltheaters und 1944 begann ihre Bühnenlaufbahn in Athen, seitdem war sie in verschiedenen Inszenierungen zu sehen. Der Durchbruch gelang ihr aber erst im Jahr 1949 als Blanche Dubois in „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams. Anschließend zog sie nach Paris, wo sie Marcel Achard kennenlernte und in den 1950er Jahren in Boulevardstücken auftrat. Vor der Filmkamera debütiert sie 1950 als Stella im gleichnamigen Film von Michalis Cacoyannis. Auf diese Zeit geht auch seine erste Zusammenarbeit mit dem Regisseur (und zukünftigen zweiten Ehemann) Jules Dassin; Melina spielte in acht seiner Filme mit, der berühmteste davon ist Sonntags… nie! (1960), ein Filmwerk, das für immer mit der Musik von Manos Hadjidakis und dem Lied "Ta pedia tou Pirea" (dt. „Die Kinder von Piräus“) verbunden ist. Für ihre Rolle in diesem Film als „Ilya“, erhielt Melina Mercouri den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes 1960 und wurde für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Pote tin Kyriaki crop

Die Militärjunta (1967-1974) wird Melinas offenes politisches Engagement für die demokratische Sache signalisieren, insbesondere von Frankreich aus, wo sie wohnen wird, nachdem ihr die griechische Staatsbürgerschaft durch das griechische Militärregime entzogen wurde.

Nach dem Sturz der Diktatur und der Wiederherstellung der Demokratie im Juli 1974 kehrte Melina Mercouri nach Griechenland zurück, wo sie ihre politische Tätigkeit in der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK), deren Gründungsmitglied sie war, fortsetzte. Dabei engagierte sie sich aktiv in der Frauenbewegung. 1981 wurde sie die erste Frau, die das griechische Kulturministerium leitete. Als Kulturministerin wird sie von 1981-1989 und von 1993 bis zu ihrem Lebensende 1994 der PASOK-Regierung angehören. Während ihrer Amtszeit widmete sie sich leidenschaftlich der Sache der Rückgabe von Parthenon-Skulpturen (die derzeit im Britischen Museum ausgestellt sind) an Griechenland, ein Kampf, der nach ihrem Tod von der MMS, die von ihrem Gefährten Jules Dassin gegründet wurde, weitergeführt wurde.

Melina coffee crop

Gleichzeitig hat Melina dazu beigetragen, im In- und Ausland, innovative Ideen in die Kulturpolitik-Diskussion einzubringen. Auf ihre Initiative geht z.B. die Institution der "Kulturhauptstadt Europas" (mit Athen als erster Hauptstadt 1985) oder die Dezentralisierung der künstlerischen Theaterproduktion in Griechenland durch die Einrichtung der DIPETHE (Gemeinde- und Regionaltheater) zurück.

Seit 1995 wird von der UNESCO ein internationaler Melina-Mercouri-Preis für die Bewahrung von Kulturlandschaften der Welt vergeben.

 

Quelle:
 
s.d.

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