Am 12. bzw. 24 Juni 1798 wurde Rigas Feraios von den osmanischen Herrschern erdrosselt. Geboren wurde Rigas Feraios 1757 in Thessalien, in einem kleinen Ort namens Velestino. Er wurde Velestinlís (nach dem Ortsnamen) genannt, später hat man ihm den Namen Feraios gegeben, nach dem Namen der antiken Stätte Ferai, die sich in der Nähe von seinem Geburtsort befindet.

collage rigas

Die Schulzeit verbrachte er im benachbarten Zagorá in Pilion. Dann ging er nach Istanbul, wo er Sprachen lernte und, was viel wichtiger ist, sich mit den Schriften der Aufklärung vertraut machte. Der sprachbegabte Rigas begann schon in seiner Studentenzeit Schriften von Montesquieu, Diderot und Voltaire zu studieren und sie ins Griechische zu übersetzen, darunter Montesquieus Hauptwerk De l᾿ Esprit des Lois.

Nach dem Studium geht er nach Bukarest, wo er hohe Verwaltungsposten bekleidet. Im Jahr 1790 geht er nach Wien, wo er seine Schriften drucken lässt und entwirft die später berühmt gewordene Charta von Griechenland und eine Verfassung, die seiner Vision eines republikanischen Staates Ausdruck verleiht. Was jedoch bis heute bekannt ist, ja populär, ist seine Hymne, der sogenannte Thoúrios, der erstmals im Jahr 1797 gedruckt wurde und als revolutionäres Lied ziemlich rasch große Verbreitung findet und nicht nur das griechische Volk, sondern alle Balkanvölker zum Aufstand gegen die osmanische Despotie aufruft.

Die revolutionäre Tätigkeit von Rigas, auch wenn er lange Zeit der strengen Überwachung der Geheimpolizei der KuK entging, fällt in eine Zeit, wo ganz Europa nicht zuletzt wegen der Napoleonischen Kriege sich in großer Aufregung befindet. Rigas wird heute als ein Märtyrer des vorrevolutionären Griechenland betrachtet.

Denn sein Tod am 12. Juni 1798 ist gewiss ein Märtyrertod, wie der bedeutende Gelehrte Adamantios Koraís ein Jahr nach seinem Tod schrieb. Im Dezember 1797 wurde er in Triest verhaftet und wenige Monate später in Belgrad zusammen mit sieben Gleichgesinnten von den Osmanen erdrosselt. 

Turm

Bis zu seinem gewaltsamen Tod blieb er sich selbst treu. Es war ihm schon bewusst, dass seine im Keim erstickte revolutionäre Tätigkeit, genauer gesagt sein Traum, welcher die Gründung eines multinationalen Gemeinwesens auf dem Balkan als fernes Ziel setzte, doch eines Tages in Erfüllung gehen wird. Kurz vor seinem Tod soll er gesagt haben: “Ich habe gesät, mögen nun andere kommen und ernten.” Seine Saat ist im Jahr 1821, mit dem Ausbruch der griechischen Revolution, aufgegangen.     (AL)

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