Tinos ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Griechenlands. Am 15. August, wenn das Entschlafen der Muttergottes in ganz Griechenland gefeiert wird, steigen die Gläubigen die vielen Stufen vor der Kathedrale auf ihren Knien empor. Die ruhige Insel der Kykladen ist mit 200 Quadratkilometern eine der eindrucksvollsten der Ägäis. In der wunderschönen, gebirgigen Landschaft liegen Dörfer, in denen man noch nach alten Traditionen lebt. Sandstrände, wie zum Beispiel Ag. Fokas oder Kionia, gehören zu den herrlichsten der Insel und der ganzen ägäischen Inselwelt

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Überall auf Tinos befinden sich prähistorische, klassische und mittelalterliche archäologische Stätten.
Innerhalb einer Landschaft, die sich jede 4-5 Kilometer verändert, liegen Strände mit dem einzigartigen silbern-grünen Sand und mit sauberem Kristallwasser.
Die Insel Tinos ist auch für die Taubenhäuser bekannt. Auch das Gastronomiefestival „Tinos Food Paths“, das jährlich im Mai stattfindet, ist ein besonders wichtiger Event.

Die Insel verfügt auch über eine große und lange Bildhauertradition. Der bekannteste Bildhauer der Insel ist gewiss Giannoulis Chalepás.  

Giannoulis Chalepas wurde am 24.08.1851 in Pyrgos auf Tinos geboren. Er gehörte einer alten Bildhauerfamilie an, die eine der erfolgreichsten war, mit Filialen in Piräus, Smyrna und Bukarest. Sein Vater und sein Onkel führten den kleinen Giannoulis früh in die Bildhauerei ein.

Er entschied sich ziemlich jung, die Tradition der Familie doch nicht fortzuführen. Er war talentiert, introvertiert, still und sehr fleißig. Er wollte Kunst studieren, seine Vorbilder waren die alten, weltberühmten Bildhauer der griechischen Antike, welche er ein Leben lang studierte und bewunderte.

Von 1869 bis 1872 studierte er in Athen, wo sein Talent früh erkannt wurde. Von 1873 bis 1876 studierte er dank eines kleinen Stipendiums in München, wo sein Werk „Satyr, der mit einem Eros spielt“ einen bedeutenden Prein gewonnen hat. Er kehrte im Jahr 1876 nach Athen zurück und eröffnete bald sein eigenes Atelier.

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Wenig später erlitt seine feine Natur einen Nervenzusammenbruch. Grund dafür war eine unglückliche Liebe und seine anstrengende Arbeit, die ihn oft zur Übermüdung führte. In diesen Jahren, die von seiner Nervenkrankheit gezeichnet wurden, schuf er sein berühmtestes Werk: Die Schlaffende, die den frühen Tod einer jungen Frau verewigt.  

Das Jahr 1888 stellt eine Zäsur in seinem Leben dar und markiert den Beginn seines Leidensweges. Er wird in eine Psychiatrische Anstalt auf Corfu eingeliefert, wo er bis zum Tod seines Vaters im Jahr 1901 blieb. Im folgenden Jahr holte ihn seine Mutter nach Tinos zurück. Sie verbot ihm weiterhin künstlerisch zu arbeiten. Sie glaubte, dass seine schöpferische Tätigkeit ihn zum Wahnsinn trieb. So zerstörte sie seine Werke und machte ihn zum Schafshirten.

Als sie im Jahr 1916 starb, wirkte ihr Tod wie eine Befreiung für Chalepas. Wenig später fing er wieder an, künstlerisch zu arbeiten. Thomas Thomopoulos, ein Professor des Polytechnikums, wurde auf Chalepas aufmerksam. Er besuchte den Bildhauer auf Tinos, er fertigte Gipskopien von seinen neuen Werken an und stellte sie in Athen aus. Im Jahr 1930 holte eine Nichte des Künstlers den vereinsamten Chalepas nach Athen, wo er bis zu seinem Tod am 15.09.1938 lebte und unermüdlich weiter arbeitete.

Giannoulis Chalepas wird heute als einer der bedeutendsten Bildhauer des vorigen Jahrhunderts anerkannt. Sein Haus in dem wunderschönen Ort Pyrgos, das ihm mehrere Jahre lang als Atelier diente, beherbergt heute das „Giannoulis Chalepas Museum“.  (AL)

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