Das imposante neoklassizistische Archäologische Museum von Volos geht auf die Initiative seines Gründers Alexios Athanassakis zurück, eines reichen Diasporagriechen, der sich Anfang des vorigen Jahrhunderts für den Bau des Museums einsetzte. Das Museum, welches nunmehr seinen Namen trägt und sich Athanassakion Museum nennt, wurde im Jahr 1909 eröffnet und beherbergte zunächst die bedeutenden Funde von den Ausgrabungen des Archäologen Apostolos Arvanitopoulos, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurden.

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Zu den großen Attraktionen gehören allerdings die Funde aus der neolithischen Siedlung von Sesklo, die ca. 10 km westlich von Volos entdeckt wurde. Aus dieser Zeit stammen bedeutende Funde wie Werkzeuge, Getreidereste oder Tierknochen. Aus der sogenannten Zeit des mittleren Neolithikums (ca. 6000‒4000 v.Chr.) stammt eine Stadtanlage mit über 500 nachweisbaren Häusern, die einzigartig in ganz Europa ist. Hier hat man wunderschöne Keramik gefunden, meist in tiefroter Farbe. Die Ausgrabungen führte der bedeutende Archäologe Christos Tsountas (1857‒1934) durch.

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Dimini, die zweite bedeutende spätneolithische Siedlung, lag am Westrand der Ebene von Volos. Seit Mitte des 7. Jahrtausends v. Chr. war Dimini besiedelt. Aus der spätneolithischen Zeit (ca. 4000‒3000 v. Chr.) stammt ein gut erhaltener Brennofen. Ein Herrensitz und ein Versammlungsplatz gehören zu den wichtigen Funden aus dieser anfänglichen Zeit. Auch fand man nach und nach eindrucksvolle Keramik mit gut entwickelten Motiven und Mustern. Aus der Bronzezeit (Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr.) stammen die Überreste eines imposanten rechteckigen Hauses.

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Die reichen Funde erforderten bereits im Jahr 2004 eine große Erweiterung des Athanassakion Museums. Das heutige Archäologische Museum von Volos ist nunmehr ein schönes, weiträumiges und ganz modernes Museum, das mit Audios, Videos etc. ausgestattet ist und welches die lange, interessante Geschichte und Kultur der ganzen Region Thessalien dokumentiert. Spektakulärer goldener Schmuck, authentische Gräber aus der Bronzezeit bis zur hellenistischen Zeit (3. Jahrhundert v. Chr.), zwei panathenäische Amphoren, die von den Siegern der Panathenäischen Spiele mitgebracht wurden, Silbermünzen, gefunden in einem gewöhnlichen Tongefäß und schließlich eine Römische Taverne, die intakt aufgefunden und im Museum genauestens so rekonstruiert wurde.

Insgesamt erwarten den Besucher acht Räume, die nach Themen und mit modernen Konzepten für die Präsentation der einzigartigen kulturellen Entwicklung sorgen.

Besondere Erwähnung bedarf die Privatsammlung von Angelos Bastis, die im Jahr 1994 dem Archäologischen Museum von Volos geschenkt wurde. Hier kann man zusätzlich feinen Schmuck und Werkzeuge aus der Jungsteinzeit bewundern, welche den großen Reichtum und die Vielfalt der neolithischen Zeit in Thessalien belegen.

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